*Ausgebucht*
  • F38-2020
  • 29.10.2020, 10-17 Uhr
    • Ingo Westerholt, Neubrandenburg
  • Fachkräfte der Sozialen Arbeit, des Gesundheitswesens und andere Interessierte
  • min. 14 | max. 20 Teilnehmer
  • 115,00 € inkl. Kursmaterialien, Mittagessen, Pausenerfrischungen
    Bildungszuschüsse ...
  • Anmeldeschluss ist der 25.09.2020
  • Neubrandenburg
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Psychosen, Wahn und Wirklichkeit

Arbeiten mit Psychotikern

Menschen mit Wahnvorstellungen, Schizophrenien, Manien, endogenen Depressionen und drogeninduzierten Psychosen besser verstehen lernen ist Ziel dieses Seminars. Was ist hilfreich in der Zusammenarbeit und Verständigung? Was verschlimmert die Symptome?

Worum geht es?

Dieses Seminar vermittelt ein Verständnis für wahnhaftes und psychotisches Erleben. Zunächst erkunden wir die Unterschiede zwischen dem Erleben und Verhalten von persönlichkeitsgestörten Menschen auf der einen und psychotischen Menschen auf der anderen Seite. Anschaulich werden die wesentlichen Aspekte der Erlebens- und Verhaltenswelt von Psychotikern vermittelt. Wir klären die qualitativen Dimensionen der Veränderung und die Folgen für die Zusammenarbeit ebenso wie das sich Einigen auf eine gemeinsame Realität.

Im Anschluss erforschen wir nach und nach das jeweilige Krankheitsbild. Wir beginnen mit den Schizophrenien. Diese psychotische Erkrankung wird zunächst ohne die Wahntätigkeit anschaulich aus der Innen- (Erlebens-) und Außen- (Beobachterwelt) Perspektive vorgestellt. Die Auswirkungen der psychotischen Erkrankung auf das Erleben und Verhalten werden nachempfunden. Die hilfreichen Möglichkeiten der Kommunikation werden dargestellt. Hinweise auch auf typische, gut gemeinte, leider ungünstige Interventionen vervollständigen das Bild.

In gleicher Weise wenden wir uns dann dem Wahnerleben zu. Nachvollziehbar werden die veränderte Wahrnehmung der Realität und ihre Folgen für die Kommunikation. Diese Veränderung ängstigt nicht nur Angehörige und Helfer, sondern auch den Betroffenen. Wem kann er noch vertrauen, was ist real? Wie mit jemanden kommunizieren, für den unsere Welt fremd geworden ist, wie sich nachher wieder vertrauen? Soll der Wahn mitgespielt werden oder soll man versuchen, dem Betroffenen den Wahn auszureden? Wir werden die Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme ebenso wie symptomverstärkende und -beruhigende Umgangsformen erkunden.

Anschließend betrachten wir die schweren endogenen Depressionen. Hier handelt es sich um eine psychotische Form, die auch mit Wahn einhergehen kann. Wie erlebt sich der Mensch, wie kann er erreicht werden, was ist hilfreich?

Die Manie werden wir ebenfalls untersuchen. Wie verändert sich hier die Wahrnehmung und welche Folgen ergeben sich daraus für das Erleben und Verhalten? Welches Helferverhalten ist beruhigend?

Abschließend betrachten wir die drogeninduzierten Psychosen. Wo sind Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede zu den bis dahin besprochenen Erkrankungen?

Eigene Fälle in anonymisierter Form sind wie immer willkommen und können eingebracht werden.

Beispiele aus der Praxis können gern eingebracht werden.