Was war los am FACHTAG: „Ja zur Migrationsgesellschaft“?

Der FACHTAG: „Ja zur Migrationsgesellschaft“ am Dienstag, den 3. September 2019 vom IfW wurde von Dagmar Kaselitz, der Landesintegrationsbeauftragten aus Schwerin und von Prof. Ulf Groth vom IfW eröffnet.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal Tahera Ameer von der Projektleitung Aktion Schutzschild ganz herzlich für Ihre Ideen bei der Planung des Fachtages danken. Leider konnte sie nicht an diesem Tag dabei sein. Von hier aus noch einmal ganz herzliche Grüße und wünschen ihr weiterhin viele gute Ideen.

Die ca. 50 Teilnehmenden erwartete an diesem Tag ein interessanter Mix aus Vorträgen und Workshops von Wissenschaftlern als auch Praktikern.

Silke Schwartz vom IfW moderierte diese Tagung und begann mit einem Zitat von Dr. Eckart von Hirschhausen: „Im Zweiten Weltkrieg kamen meine Großeltern als Flüchtlinge aus Estland nach Baden- Württemberg. Alles nicht leicht, aber sie lebten! Und sie bekamen Chancen auf Arbeit und Bildung für ihre Kinder. Dafür bin ich bis heute dankbar und wünsche das jedem, der unfreiwillig seine Heimat aufgeben muss.“ Quelle: http://coelber-arbeitskreis-fluechtlinge.de/zitate/

Mit allen Teilnehmenden wurde an diesem Tag besprochen, dass die Inhalte der sehr unterschiedlichen Themen allen  digital durch diesen Artikel zur Verfügung gestellt und für alle anderen Interessierten auf der IfW Seite öffentlich gemacht werden.

Den ersten Vortrag hielt Frau Prof. Dr. Júlia Wéber von der Hochschule Neubrandenburg mit dem Thema: „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft – Handlungsbedarf aus Adressat*innenperspektiven“. Diesen Vortrag mit interessanten Forschungsergebnisse, Fakten und Zahlen finden Sie unter folgendem Link:

Frau Wéber

Jana Michael von Migranet MV sprach im 2. Vortrag über die „Chancen und den Nutzen der politischen Partizipation und Teilhabe von Migrant*innen in einer weltoffen, solidarischen und dialogischen Form“. Sehr engagiert wurden hier Beispiele aus der Arbeit und auch eigenen Erfahrungen vorgestellt. Ihren Vortrag finden Sie unter:

Jana Michael

Frau Dr. Charlotte Räuchle von der Universität Osnabrück hielt Ihren Vortrag über „Chancen und Herausforderungen migrantischer Selbständigkeiten: institutionelle Rahmenbedingungen und förderpolitische Strukturen“. Auf der Grundlage eines Forschungsprojektes in MV stellte Sie die Ergebnisse in Bezug zum Thema des Fachtages. Den Vortrag senden wir Ihnen per Mail zu.

Die Projektleiterin “Stadtteilmütter in Berlin-Neukölln“, Maria Macher, beendete die Vortragsrunde mit einem Bericht über 15 Jahre Erfahrungen in diesem sehr lebendigen und partizipativen Projekt. Sie stellte die Bedeutung dieser „Brückenbauerinnen“ vor und auch die Frage: Ist dieser spannende Ansatz auch für MV sinnvoll? Von vielen Teilnehmenden wurde dies bejaht und in der Pause entstanden sehr interessante Gespräche mit Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten in MV. Hier der Vortrag: Maria Macher

und der Link zur Seite des Projektes: https://www.diakoniewerk-simeon.de/beratung-integration/stadtteilmuetter-in-neukoelln/

In der Mittagspause entstanden viele interessante Gespräche und Ideen für eine Zusammenarbeit. Erste Vernetzungsideen entstanden.

Am Nachmittag ging es dann weiter mit den Workshops.

Alle Workshopleiter stellten den Teilnehmenden die Inhalte ihrer Themen vor und luden Sie zum Mitmachen und Mitdiskutieren ein

 

Folgende Themen standen den Teilnehmenden zur Verfügung:

Workshop1:

Thomas Evers, RAA-Projektleiter aus Neubrandenburg und Marina Fischer, Fachkraft für Sprachförderung moderierten das  Thema: „Mehrsprachigkeit und Vielfalt als Ressource – ein Praxisbeispiel aus dem Krippenbereich“ . Hier wird das Sprach- und Elternbildungsprogramms „griffbereit“ vorgestellt. Es handelt sich um ein spezielles Angebot für eine mehrsprachige Eltern-Kind-Gruppe, in der gemeinsam getanzt, gebastelt, gespielt und gesungen wird – auf Deutsch und z. B. Arabisch. Wie kann das funktionieren? Dies wird hier umfassend und praxisnah vorgestellt und diskutiert. Dieses Projekt wird derzeit auf andere Kitas in MV ausgeweitet. In unserem Blog finden Sie dazu einen Artikel.

 

Workshop 2:

Jana Michael von Migranet MV lud die Teilnehmenden ein, sich mit ihr gemeinsam zum Thema: “Postmigrantische Gesellschaft“ auseinanderzusetzen. In einer anregenden Gesprächsrunde sollten Erfahrungen ausgetauscht werden und ein Pespektivwechsel stattfinden, um ein gutes Miteinander von verschiedenen Kulturen in einer Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Workshop 3:

Simone Mühlbauer von der AWO Westmecklenburg stellte ganz praktisch eine „Kita mit muttersprachlich offenem Konzept“ vor und lud die Teilnehmenden über Mitmachaktionen ein, eigene Erfahrungen zu diesem Konzept zu machen.

Workshop 3 Frau Mühlbauer

 

Workshop 4:

Den größten Zuspruch erhielt der Workshop von Frau Justyna Geier und Frau Mofida Ankir von Tutmonde e.V., Stralsund. Sie moderierten das Thema: „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit.“ In einer anregenden Diskussion wurde das Projekt Samo vorgestellt und die Bedeutung von Netzwerken, persönlichem Engagement und einem „langen Atem“ herausgearbeitet.

 

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der einzelnen Workshops präsentiert. Erste Verabredungen zur Kooperation entstanden, aber auch der Hinweis an die Politik, dass auch in der Gesetzgebung mehr auf die Vorschläge aus der Praxis eingegangen werden muss, damit in MV Migranten in der Gesellschaft ankommen können.

PS: Frau Prof. Wéber möchte noch auf eine neue Handreichung aufmerksam machen, die an die Tagungsthematik „Ja zur Migrationsgesellschaft“ anknüpft. Diese stellen wir Ihnen hiermit gern zur Verfügung.

Verfasst wurde die Arbeit von Prof. Dr. jur. Dorothee Frings, herausgegeben gemeinsam mit Paritätischen Landesverband NRW.
Die Handreichung ist mit dem Ziel verfasst worden, Fachkräfte der sozialen Arbeit mit Geflüchteten zu motivieren, ihre Arbeit und Beratung an den Menschenrechten auszurichten.

Sie soll allen Beratungsstellen als Expertise dienen, auf bestehende Diskriminierungen von Geflüchteten bzw. Zugewanderten rechtssicher reagieren zu können. Eingegangen wird im Speziellen auf Diskriminierung am Arbeitsmarkt, am Wohnungsmarkt, in Behördenkontexten und im öffentlichen Raum, bei Waren- und Dienstleistungen, im Bereich Bildung und in der Aufnahme von Geflüchteten.

Download hier:

https://www.kompass-f.de/fileadmin/public/Redaktion/Dokumente/PDF/Kompass_F-Expertise_web.pdf

 

Wir wünschen allen Teilnehmenden des Fachtages gutes Gelingen in Ihrer Arbeit.

 

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