• F23-2019
  • Mo/Di: 09./10.09.2019, 10-17 Uhr
    • Ingo Westerholt, Neubrandenburg
  • Fachkräfte der Sozialen Arbeit, des Gesundheitswesens und andere Interessierte
  • min. 14 | max. 20 Teilnehmer
  • 209,- € inkl. Kursmaterialien, Mittagessen u. Pausenerfrischungen
    So können Sie sparen ...
  • Anmeldeschluss ist der 09.08.2019
  • Neubrandenburg
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Mehr als nur verhaltensauffällig

Arbeiten mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen

Was genau verbirgt sich hinter Diagnosen der Kinder- und Jugendpsychiatrie (z.B. Störungen des Sozialverhaltens, ADHS, Schulangst und Schulphobie) und welche Umgangsformen sind wirklich hilfreich? Welche sind gut gemeint, wirken aber symptomverstärkend?

Worum geht es?

Die Anzahl der Kinder, die mit einer psychiatrischen Diagnose im Schulalltag und im Rahmen von Familienhilfen auftauchen, nimmt immer mehr zu. Hier handelt es sich dann offensichtlich nicht mehr um reine Erziehungsschwierigkeiten, sondern um eine psychiatrische Erkrankung, eine medizinische Diagnose. Dies verunsichert Eltern und Fachleute – oder sie fühlen sich plötzlich nicht mehr zuständig.

In diesem zweitägigen Seminar werden wir die Symptome der Erkrankungen, mögliche Risikofaktoren und die Folgen für die soziale und kognitive Entwicklung des Kindes beleuchten. Schritt für Schritt schauen wir uns an, womit Helfer rechnen sollten, wenn sie es mit der Diagnose Störungen des Sozialverhaltens, Emotionale Entwicklungsstörung, Depression im Kindes- und Jugendalter, ADHS oder  Schulangst/Schulphobie zu tun haben.

Welchen Einfluss nehmen diese Erkrankungen auf die Wahrnehmung des Kindes und sein Selbstbild/-wert? Wie erlebt sich das Kind? Warum verhält es sich in bestimmten Situationen so auffällig, wieso lernt es nicht die Situation angemessener zu bewältigen? Wo kann das Kind aufgrund der Erkrankung nicht anders und ist dies nicht in erster Linie eine Aufgabe der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Wir werden die Bedeutung hilfreicher sozialer Arbeit für die Entwicklung des erkrankten Kindes und die Rolle der Helfer im Kontext von Familie, Psychiatrie und Schule aufschlüsseln. Der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen sind enge Grenzen gesetzt. Die Einschränkungen im Bereich der Therapiefähigkeit sind im Unterschied zu Erwachsenen enorm. Was kann Psychotherapie, was medikamentöse Therapie und was kann Sozialarbeit und Elternarbeit bewegen?

Wir werden den häufig angewandten erzieherischen Methodenkoffer auf seine Wirksamkeit bei psychischen Erkrankungen überprüfen und erweitern.

Dabei werden wir auch die zentrale Bedeutung der Elternarbeit erforschen, da die meisten Erkrankungen in diesem Feld vererbt werden (genetisch und sozial), sind die Eltern oder zumindest ein Elternteil selbst betroffen. Dies hat sowohl auf die Beziehungsgestaltung als auch auf die Zusammenarbeit mit dem Helfer Auswirkungen. Eine Depression und auch ADHS zeigt sich im Erwachsenenalter anders. Wie mit der betroffenen Familie arbeiten, mit welchen Einschränkungen und Besonderheiten sind zu rechnen?

Ziel ist es, sicherer zu werden in der Arbeit mit den betroffenen Kindern/Jugendlichen und deren Familien. Chancen und Grenzen der Sozialarbeit realistischer einschätzen, und hilfreiche Methoden von weniger wirkungsvollen unterscheiden lernen.

Eigene Fälle in anonymisierter Form sind wie immer willkommen und können eingebracht werden.