FACHTAG: Ja zur Migrationsgesellschaft

Sozialpolitische Perspektiven und Aufgaben für Mecklenburg-Vorpommern

„Ja zur Migrationsgesellschaft“ - eine in unserer Gesellschaft leider nicht unumstrittene Aussage. Aber was bedeutet sie eigentlich für die Praxis der Sozialen Arbeit? Vor welchen Herausforderungen stehen Familien und insbesondere deren Kinder?

Worum geht es?

Wem gegenüber gilt es dieses „Ja“ zu formulieren und was folgt dann daraus? Sind alle Beteiligten genügend im Gespräch und stimmen sich ab?

Zwischen Bestandsaufnahme des bisher Erreichten und einer Reflexion in der Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten/Innen darüber sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die für eine noch besser gelingende Praxis hilfreich sein können, vorgestellt werden. Anschauliche Beispiele werden dies verdeutlichen und laden zum kritisch-anregenden Austausch ein.

Vor welchen Herausforderungen stehen Familien mit Migrationshintergrund und insbesondere deren Kinder sowie die unterschiedlichen Professionen der Sozialen Arbeit, die Sozialverbände, die Initiativen, die Verwaltungen und die frühkindliche Bildung und Erziehung? An diesem Fachtag soll die postmigrantische Gesellschaft als eine große Chance für das nordöstlichste Bundesland in den Blick genommen und eine rassismuskritische und diversitätssensible Reflexion angestoßen werden.

Link zum Flyer: F20-2019 Programm

Programm

FACHTAG: Ja zur Migrationsgesellschaft

Bis 10:00 – Anreise, Begrüßungskaffee, Erfrischungen

10:00 Uhr  Eröffnung

Prof. Ulf Groth, IfW

Dagmar Kaselitz, Landesintegrationsbeauftragte, Schwerin

 

10:15 Uhr – Vortrag: Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft – Handlungsbedarf aus Adressat*innenperspektiven“

Viele zielgruppenspezifische Angebote der Sozialen Arbeit werden in Deutschland für Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund konzipiert. Wie deuten diese Unterstützungsangebote die Adressat*innen? Aus unterschiedlichen Nutzer*innen-Perspektiven werden im Vortrag Handlungsbedarfe im professionellen Alltag in Bezug auf Zielgruppenkonstruktionen und Differenzsetzungen in der Migrationsgesellschaft vorgestellt.

Prof.*in Dr. Júlia Wéber, Hochschule Neubrandenburg

11:00 Uhr – Vortrag: Chancen und Nutzen der politischen Partizipation und Teilhabe von Migrant*innen in einer weltoffen, solidarischen und dialogischen Form.  

In diesem Vortrag wird es um einen sehr praktischen Ein- und Ausblick auf das Thema Beteiligung in der migrantischen Arbeit gehen. Wie funktioniert das und was braucht es dazu?

Jana Michael, Migranet MV

11:30 Uhr – Pause

11:45 Uhr – Vortrag: Chancen und Herausforderungen migrantischer Selbständigkeiten: institutionelle Rahmenbedingungen und förderpolitische Strukturen

Welche institutionellen Rahmenbedingungen wären hierfür sinnvoll? Wie kann eine förderliche Diskussion auf der politischen und praktischen Ebene unterstützt werden.

Dr. Charlotte Räuchle wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Osnabrück

12:15 Uhr – Vortrag: Was sind Stadtteilmütter? Vorstellung der Bedeutung dieser „Brückenbauerinnen“

Nicht-Deutsche Mütter sind Stadtteilmütter, die Familien von eingewanderten und geflüchteten Menschen besuchen, inklusiv/integrativ arbeiten, um problemloser in Deutschland zu leben, ohne den eigenen kulturellen Hintergrund aufzugeben. Ist dieser spannende Ansatz auch für MV sinnvoll?

Maria Macher Projektleiterin “Stadtteilmütter in Berlin-Neukölln“

12:45 Uhr – Rückfragen zu den Vorträgen

13:00 Uhr – Mittagspause (Sie sind zum Mensabesuch eingeladen)

14:00 Uhr – Workshops 1 -4 werden vorgestellt

14:15 Uhr

Workshop1: Mehrsprachigkeit und Vielfalt als Ressource – ein Praxisbeispiel aus dem Krippenbereich

Hier wird das Sprach- und Elternbildungsprogramms „griffbereit“ vorgestellt. Es handelt sich um ein spezielles Angebot für eine mehrsprachige Eltern-Kind-Gruppe, in der gemeinsam getanzt, gebastelt, gespielt und gesungen wird – auf Deutsch und z. B. Arabisch. Wie kann das funktionieren? Dies wird hier umfassend und praxisnah vorgestellt und diskutiert.

Thomas Evers RAA-Projektleiter, Neubrandenburg

Marina Fischer; Fachkraft für Sprachförderung

Workshop 2: Zivilgesellschaft und demokratische Kultur

Welche Aktivitäten und Maßnahmen sind sinnvoll, um ein gutes Miteinander von verschiedenen Kulturen in einer Gesellschaft zu ermöglichen? Wodurch zeichnet sich eine demokratische Kultur diesbezüglich aus? Hier werden konkrete Anregungen vermittelt.

Tahera Ameer, Aktion Schutzschild, Berlin

Workshop 3: Kita mit muttersprachlich offenem Konzept

In zwei Kitas der AWO wird mit einem offenen muttersprachlichen Konzept gearbeitet. Was ist das und welche Erfahrungen haben die Einrichtungen damit gemacht?

Simone Mühlbauer, AWO Westmecklenburg

Workshop 4: Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit

Ohne unterstützende Aktivisten würden die Intergrationsbemühungen für geflüchtete Menschen vielfach ins Leere laufen. Doch diese Aktivisten brauchen selbst Unterstützung und Vernetzung bei ihrer wichtigen Arbeit. Dies leistet das Projekt Samo.fa, welches hier vorgestellt wird und Vorbildcharakter haben kann.

Frau Justyna Geier und Frau Mofida Ankir, Tutmonde e.V., Stralsund

16:00 Uhr – Abschließende Plenardiskussion und Zusammenfassung der Ergebnisse und Impulse aus den Workshops

16:45 Uhr – Verabschiedung und Ausblick

Änderungen vorbehalten